Sechs neurokognitive Domänen
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Verfahrensmatrix aus der Präsentation
Die Zuordnung nennt den inhaltlichen Schwerpunkt; viele Aufgaben erfassen mehrere Teilfunktionen.
Prämorbides Niveau und Screening
- Bildung, Beruf und KrankheitsverlaufAnhaltspunkte für das frühere Leistungsniveau im sprachlichen, kulturellen und biografischen Kontext.
- WAIS‑IV Allgemeines WissenSchätzer kristalliner beziehungsweise früherer Fähigkeiten; abhängig von Sprache, Bildung und kulturellem Hintergrund.
- WAIS‑IV Matrizen-TestAktuelle Leistung im nonverbalen fluiden Schlussfolgern; kein „Hold“-Test.
- MoCA · Montreal Cognitive AssessmentOrientierendes kognitives Screening; kein Gesamtmaß des aktuellen Leistungsniveaus.
Aufmerksamkeit und Verarbeitungstempo
- TAP Alertness ohne WarnreizIntrinsische Alertness; Median und Variabilität der Reaktionszeiten.
- TAP Alertness mit WarnreizReaktionsbereitschaft unter Hinweisreiz; der Kennwert unterscheidet sich vom Index der phasischen Alertness.
- TAP Index der phasischen AlertnessManualdefinierter Kennwert aus den Bedingungen mit und ohne Warnreiz.
- TAP Alertness nach etwa zwei Stunden kognitiver BelastungPrä-/Post-Vergleich ohne und mit Warnreiz; abhängig von Retestbedingungen, Übung und Reihenfolge.
- TAP Geteilte AufmerksamkeitGetrennte Kennwerte: auditive und visuelle mediane Reaktionszeiten, Auslassungen und Fehlreaktionen.
- TAP Go/NoGo · 2-von-5-BedingungReaktionszeit und Auslassungen können Anteile fokussierter beziehungsweise selektiver Aufmerksamkeit abbilden; Fehlreaktionen können auf inhibitorische Kontrolle hinweisen.
- WAIS‑IV Zahlen-Symbol-TestVisuomotorisches Verarbeitungstempo mit Lern-, Such- und Aufmerksamkeitsanteilen.
- SDMT · Symbol Digit Modalities TestVerarbeitungstempo unter visueller Such- und Zuordnungsanforderung; mündlicher oder schriftlicher Antwortmodus.
- TMT‑A · Trail Making Test, Teil AVisuelles Suchen, Sequenzieren und visuomotorisches Tempo; Standardnormen für unverändertes Material und Vorgehen.
- WAIS‑IV Zahlen nachsprechen vorwärts; WMS‑R Blockspanne vorwärtsAuditive verbale beziehungsweise visuell-räumliche Kurzzeitspanne; Aufmerksamkeits- und Spannenmaße, keine Maße episodischen Lernens.
- DaueraufmerksamkeitEigenständige Aufgabe; die aufgeführten Alertness-Wiederholungen bilden stattdessen Belastungsmessungen ab.
Visuelle Wahrnehmung und Konstruktion
- TAP Gesichtsfeld und TAP NeglectAuslassungen und ihre räumliche Verteilung; relevante Differenzialaspekte sind Gesichtsfelddefizite, Neglect und Okulomotorik.
- LPS/LPS‑50+ Untertest 7 · Mentale RotationMentale Rotation im LPS‑2: Untertest 6; Untertest 7 erfasst dort Flächenzahl.
- VOSP · Visual Object and Space Perception BatteryObjekt- und Raumwahrnehmung je nach Untertest; keine mentale Rotation.
- Rey-Figur/RCFT · KopieGestalterfassung und Visuokonstruktion mit Planungs-, Strategie- und Motorikanteilen.
- WAIS‑IV Mosaik-TestVisuell-räumliches Analysieren und Konstruieren unter Zeitvorgabe mit mehreren Funktionsanteilen.
Exekutivfunktionen
- TAP Flexibilität; TMT‑B; RWT KategorienwechselGetrennte Kennwerte für Reaktionszeit, Fehler und Wechselkosten; unterschiedliche Sprach-, Such- und Arbeitsgedächtnisanteile.
- RWT formallexikalische Wortflüssigkeit · Buchstabe KSprachliche und exekutive Suchprozesse; formallexikalische und semantische Wortflüssigkeit sind getrennte Leistungen.
- TAP Go/NoGo · 1-von-2-Bedingung; FWITFehlreaktionen beziehungsweise Interferenzkosten als Hinweise auf inhibitorische Kontrolle; Reaktionszeit allein ist kein Inhibitionsmaß.
- SLP und O‑P‑ASLP: unstrukturiert-nonverbal; O‑P‑A: komplex-alltagsnah; Terminplanung: strukturiert-verbal.
- Zahlenspanne rückwärts; TAP Arbeitsgedächtnis Level IIIVerbales beziehungsweise kontinuierliches Arbeitsgedächtnis; Median, Auslassungen und Fehler als getrennte Kennwerte.
- WAIS‑IV Gemeinsamkeiten findenVerbale Begriffsbildung und abstraktes Schlussfolgern; Sprachverständnis und Bildungshintergrund beeinflussen die Leistung.
Lernen, Gedächtnis und Sprache
- VLMTGetrennte Kennwerte für Lernverlauf, Interferenzverlust, verzögerten Verlust beziehungsweise Abruf und Wiedererkennen.
- Rey-Figur/RCFT · verzögerter AbrufNichtverbales Gedächtnis unter Berücksichtigung von Kopierleistung, Strategie und Auswertungssystem.
- CERAD-WortlisteSprachliches Lernen und Gedächtnis innerhalb der verwendeten CERAD-Fassung; CERAD- und VLMT-Kennwerte sind nicht unmittelbar vergleichbar.
- RWT semantische WortflüssigkeitPrimär sprachliche Leistung mit exekutivem Suchanteil, hier für die Kategorie Lebensmittel; getrennt von der formallexikalischen Wortflüssigkeit.
Selbstbeurteilung und soziale Kognition
- FSMCSkalen zur subjektiv berichteten motorischen und kognitiven Fatigue sowie Gesamtskala; kein motorischer Leistungstest.
- DSQ‑PEMSelbstbericht zu postexertioneller Malaise mit fassungsspezifischem Bezugszeitraum.
- DASS‑21‑GGetrennte Selbstberichtsskalen für Depression, Angst und Stress.
- Soziale KognitionPerspektivübernahme und Emotionsverarbeitung bei entsprechender klinischer Fragestellung; kein festes Verfahren in der Präsentation.
Profilzuordnung: Die Profilpunkte beruhen auf Einzelkennwerten, nicht auf gemittelten Prozenträngen. Normgrundlage, Skalierungsrichtung sowie motorische und sprachliche Anteile sind verfahrensspezifisch.
Begrenzte Normbereiche: SLP 14–60 Jahre, O‑P‑A 19–60 Jahre und WAIS‑IV 16;0–89;11 Jahre. TAP-Normen variieren nach Untertest und Bedingung; einzelne Varianten sind nicht normiert.
Klinische Bezüge und Beispielprofile
Interaktive Gehirngrafik
MNI-Bezug: Die lateralen Ansichten projizieren die y/z-Lage auf die jeweilige Hemisphärenoberfläche. Mediale und tiefe Knoten werden in der nächstgelegenen dargestellten Schnittebene gezeigt. Die verwendete MNI-Referenzkoordinate erscheint nach Auswahl im Infofeld.
Anatomische Grundlage: MNI‑ICBM152 2009c Sym und CerebrA, Manera et al. (2020). Eigene Darstellung mit ergänzten Projektionen, Schnitten, Kontrasten und Konturen. Copyright © 1993–2004 Louis Collins, McConnell Brain Imaging Centre, Montreal Neurological Institute, McGill University. Lizenzhinweis.
Referenzabbildung: kanonische Whole-Brain-Networks
Methodik und Quellen
- Sachdev et al. (2014) · sechs neurokognitive DSM-5-Domänen
- MNI‑ICBM152 2009c Sym / TemplateFlow · anatomischer Referenzraum und Grundansichten
- Manera et al. (2020) · CerebrA-Parzellierung im MNI‑ICBM152-2009c-Raum
- Boerger et al. (2023) · fünf Ansichten kanonischer großskaliger Netzwerke nach Schaefer et al. (2018), Abb. 1, CC BY 4.0
- Yeo et al. (2011) · großräumige funktionelle Netzwerke
- Methodischer Review zum Lesion Network Mapping (2026) · Grenzen normativer Konnektivitätskarten
- Salvalaggio et al. (2024) · methodische Unterschiede und begrenzte Standardisierung von Konnektivitätsatlanten nach Schlaganfall
- Methodenvergleich (2024) · Ergebnisse des connectome-basierten Lesion Mapping hängen wesentlich von Verarbeitungsschritten und Referenzdaten ab
- Petersen & Posner (2012) · Alertness, Orientierung und exekutive Aufmerksamkeitskontrolle
- Vossel et al. (2014) · dorsale und ventrale Aufmerksamkeitsnetzwerke
- Niendam et al. (2012) · Meta-Analyse fronto-cingulo-parietaler Exekutivsysteme
- Uddin (2015) · anteriore Insula und Salienzverarbeitung
- Squire & Dede (2015) · mediales Temporallappen- und Gedächtnissystem
- Ranganath & Ritchey (2012) · anterior-temporales und posterior-mediales Gedächtnissystem
- Turker et al. (2023) · Meta-Analyse kortikaler, subkortikaler und zerebellärer Sprachbeiträge
- Kravitz et al. (2011) · dorsale visuelle Verarbeitungswege
- Heckner et al. (2021) · meta-analytische Synthese visueller, auditiver und motorischer Verarbeitung
- Pintos Lobo et al. (2023) · Meta-Analyse der sozialen Kognition
- Schurz et al. (2021) · hierarchisches Modell sozialkognitiver Netzwerke
- Halassa & Kastner (2017) · kern- und schleifenabhängige Thalamusfunktionen
- Sokolov et al. (2017) · zerebelläre Beiträge zu Bewegung und Kognition
- Zhang et al. (2023) · zerebello-kortikale Beiträge zur Kognition